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                      The Bastard Operator from Hell #7


                    Gefunden auf einem neuseelaendischen
                 FTP-Server zu einer Zeit, als die meisten
                  von euch noch nicht mal wussten, dass man
                         Komputer mit K schreibt.

                            von Simon Travaglia

                     frei uebersetzt von Florian Schiel

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Ich finde, so ein verantwortungsvoller Posten wie meiner sollte mit einer
angemessenen Mittagspause verguetet werden. Fuer die paar Stunden setze ich
den Hausmeister auf meinen Stuhl, damit es nicht so aussieht, als dass wir
unsere Pflichten vernachlaessigen wuerden (sic!). Ich erklaere ihm, dass er nur
darauf achten muss, dass der Hoerer nicht aus Versehen auf der Gabel landet.
Er ist einverstanden und ich verschwinde.

Zuerst die Bank. Ich lasse mir 20 Mark in Zehnpfenningstuecke wechseln und
frage dann nach meinem Kontostand. Waehrend der Angestellte noch tippt,
ziehe ich unauffaellig den Netzstecker von seinem Endgeraet. Es stirbt
natuerlich, und ich sage dass ich in Eile bin und dass ich gerne den Manager
von diesem Sauladen sehen moechte. Er walzt durch die Tuer wie ein gut
gefuettertes Riesenbaby und fragt mich, ob es ein Problem gaebe. Ich sage,
alles, was ich wolle, sei mein Kontostand und ob das denn zuviel verlangt
sei und dass ich immer noch in Eile sei. Dann kreuze ich die Finger. JA! Er
findet das herabhaengende Netzkabel, steckt es wieder rein und loggt sich
ein, MIT DEM MANAGER ACCOUNT.

Ich taumele wie zufaellig an den Schalter und stosse aus Versehen 200
Zehnpfenningstuecke hinunter. Der Manager beachtet mich nicht, aber alle
anderen tauchen nach den Muenzen. Ich beobachte ungestoert, wie er sein
Passwort eintippt - mit der halsbrecherischen Geschwindigkeit von einem
Zeichen pro Sekunde! Gar kein Problem, der Hardliner macht es mir sogar
noch leichter, indem er ein semantisches Wort als Passwort gewaehlt hat:
ZINSEN. So ein Scherzkeks! Ich verziehe keinen Gesichtsmuskel. Nicht ganz
einfach, wenn ich an meine ueberschuldete Hypothek denke. Heute Nacht werde
ich da einiges richtigstellen...

Ein Benutzer den ich noch vom D(eletion)-Day '94 kenne, naehert sich, um
mich anzuquatschen. Sogar der Manager schuettelt abwehrend den Kopf, aber es
ist zu spaet. Er haelt direkt vor mir und richtet das Wort an mich!

"Aehm, Entschuldigung. Koennten Sie mir einen Tip geben, welchen
Computer ich am besten fuer meine Diplomarbeit kaufe?"

?!?!?! Genau. "Schon mal vom neuen Pentium gehoert?" frage ich.

"Ja..."

"Meiden Sie den wie die Pest! Kaum jemand weiss das, aber man handelt sich
fuerchterliche Probleme ein, wenn man ein Betriebssystem so schnell
laufen laesst. Manche von den Kisten machen ueber 100 Millionen obstructions
per second. Sie koennen sich ja vorstellen, dass da eine solch billige
Kiste aus dem Takt kommen muss, nicht? Die Katastrophe ist praktisch
vorprogrammiert!"

"Oh!"

"Nehmen Sie lieber was Sicheres und Bewaehrtes. Ein ZX81 mit dem doppelten
Cassettenlaufwerk, wenn Sie das kriegen koennen. Im Vertrauen: Die sind
nicht mehr leicht zu bekommen, weil alle Leute, die wirklich was davon
verstehen, natuerlich nur bewaehrte Technik kaufen. Kaufen Sie
bloss keine Harddisk dazu. Sie haben doch sicher schon gehoert wie oft die
kaputtgehen? Cassetten dagegen halten ewig!"

"Danke, super!"

"Keine Ursache! Wie war doch noch gleich Ihr Username?"

Er sagt ihn mir.

Gerade noch rechtzeitig fuer D-Day 96. Man sollte meinen, dass sie's
irgendwann lernen!

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Zurueck an meinem Arbeitsplatz finde ich den Hausmeister - eingeschlafen vor
dem Terminal. Ich frage ihn, ob er nicht lieber hier arbeiten moechte, aber
er lehnt dankend ab. Hier hat er nicht die Moeglichkeit, Leute in der
Toilette aufzuschrecken...
Ich lege den Hoerer zurueck auf die Gabel und sofort klingelt es. Ich hasse
es, wenn es das tut. Ich brauche immer eine Ewigkeit, die Earphones nachher
wieder reinzupfriemeln.

Diesmal ist es anders. Die heisseste Mieze auf dem Campus ist dran - und sie
hat ein Computerproblem! Ich liebe solche Augenblicke. Sie machen den Job
erst zu dem, was er ist.

"Wie ist Ihr Username?" frage ich - als ob ich es nicht auswendig wuesste.
So schnell ich kann, ueberfliege ich ihre persoenliche eMail - das meiste
nur todlangweiliges Zeug - und grepe die gesamte User eMail nach ihrem
Usernamen. Nichts - vortrefflich! "Wie kann ich Ihnen helfen?", floete ich
charmant.

"Ich kann mein Dokument nicht abspeichern. Es sagt etwas mit zuwenig
Speicherplatz."

"Das werden wir gleich haben" sage ich und loesche alle anderen Files
auf ihrer Platte - ausser den ihrigen natuerlich.
"Jetzt sollte alles funktionieren..."

"Oh, vielen, vielen Dank", haucht sie ins Mikrophon.

Ich notiere mir, dass ich morgen wieder etwas an ihren Account herumdoktere.

Das Telephon laeutet, fast bevor ich es wieder auf der Gabel habe.

"Meine Daten sind alle weg!", schreit jemand am anderen Ende.

"Wann war das?" frage ich.

"Gerade eben...", sagt er schluchzend.

"Aha. Tja, Kopf hoch. Es sind noch drei Tage bis zum Semesterende.
Wenn Sie Tag und Nacht dran bleiben, werden Sie schon noch eine Drei
minus schaffen."

Er schluchzt noch zwei- dreimal leise und legt auf. Schwaechling!

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Das Telephon laeutet schon wieder!

"Der Bildschirm an meinem PC ist so schwach. Ich kann kaum die Buchstaben
erkennen. Soll ich den Helligkeitsregler hochdrehen?"

"NEIN!", schreie ich. "Fassen Sie den Knopf nicht an! Haben Sie auch nur
die leiseste Ahnung, was da fuer eine Strahlung 'rauskommt, wenn Sie den
Knopf ganz zum Anschlag drehen?!"

"Also ich ..", sagt sie verunsichert.

"HOEREN SIE AUF MEINEN RAT!", sage ich. "Es gibt nur einen SICHEREN WEG,
ein schwaches Display aufzumoebeln, und das ist: Nadelenergieimpulse in
die Treiber geben!"

Die Worte 'Nadelenergieimpulse ' und 'Treiber' sind zuviel fuer sie. Wenn
Leute solche Ausdruecke hoeren, gehen sie automatisch in 'dummy mode' und
machen ALLES, was ich sage. Ich koennte ihr jetzt vorschlagen, nackt und nur
mit einem Netzkabel bekleidet ueber den Campus zu sprinten und sie wuerde es
wahrscheinlich machen... Hmmmm.

"Haben Sie zufaellig ein uebriges Netzkabel 'rumliegen?"

"Nein..."

"Oh, naja. Dann muessen wir das mit den Nadelimpulsen probieren... Also, Sie
schalten jetzt, so schnell Sie koennen, Ihren PC ein und aus. Einfach den
Kippschalter hin und herflippen, verstehen Sie? Etwa dreissig mal."

"Soll ich vorher meine Disketten 'rausnehmen?"

"NEIN! Wollen Sie alle Ihre Daten verlieren?!"

"Oh. Nein, natuerlich nicht. Also..."

Ich lausche gespannt.

... klick klack klick klack klick klack klick klack klick klack kl ... BUMM!

Erstaunlich! 27 oder 28. Normalerweise macht sich das Netzteil schon nach dem
achten oder neunten Mal in die Hose!

"MEIN COMPUTER! ER RAUCHT!", schreit sie an anderen Ende.

"Wirklich?? Da muss ein Fehler im Netzteil gewesen sein! Gut, dass wir
das geklaert haben! Haben Sie noch Garantie auf die Maschine?"

"NEIN!"

"Du liebe Guete! Was fuer ein Pech! Tja, dann hilft nur reparieren lassen.
Haben Sie wenigstens Ihre Daten gesichert?"

"Ja, ins System, gestern erst. Aber die ganze Arbeit von heute morgen
ist futsch!"

"Sie Aermste! Wie war Ihr Username? Ich will gleich mal checken, ob Ihre
Backups OK sind..."

Sie sagt ihn mir...

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